Auditierung familiengerechte Hochschule

Die FH Kiel startete 2014 in das audit familiengerechte hochschule, um ihr Profil als familiengerechte Hochschule zu schärfen. Das Projekt hat zum Ziel Studierende und Beschäftigte dabei zu unterstützen, familiäre Verpflichtungen wie Kindererziehung oder Pflegeaufgaben mit Studium oder Beruf zu vereinbaren. Alle FH-Angehörigen mit familiären Aufgaben sollen gerechte Chancen haben, sich zu entfalten und keine Benachteiligung durch ihre Care-Arbeit erfahren. Als Koordinator des Projekts setzt sich das Familienservicebüro für die Interessen von Studierenden und Beschäftigten mit familiären Aufgaben ein und fördert eine familiengerechte Kultur an der Hochschule.

Die Maßnahmen des Audits sollen zudem die Hochschule unterstützen, der wachsenden Diversität der Studierenden gerecht zu werden und eine nachhaltige Hochschulentwicklung mit steigenden Studierendenzahlen zu begleiten.

In 2017 und nach erfolgreicher Umsetzung der ersten Zielvereinbarung über eine Phase von drei Jahren wurde die FH Kiel von der berufundfamilie gGmbH re-auditiert. Das Zertifikat zum audit familiengerechte hochschule wurde bestätigt. Die FH Kiel hat sich zur Umsetzung neuer Ziele und Maßnahmen verpflichtet. Dabei lauten die zwei Leitmotive für die nächsten drei Jahre: Konsolidierung des erreichten Standes und Kulturentwicklung.

"Eine familiengerechte Hochschulpolitik trägt für die Fachhochschule Kiel entscheidend zur Erfüllung der Vision der Exzellenz-Hochschule für Lehre im Norden bei. Denn die Güte der Arbeit und der Kultur ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal: zufriedene Beschäftigte, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie leben können, bringen gute Arbeitsergebnisse hervor; Studierende, die Studium und Familie leben können, studieren erfolgreich und mit guten Ergebnissen.“ (Präambel der Zielvereinbarung zur Erlangung des Zertifikats zumaudit familiengerechte hochschule)

Verlauf der Auditierung:

  • Workshops mit Beschäftigten und Studierenden zur Vereinbarung von Zielen und Maßnahmen mit der Verwaltung und dem Präsidium, Mai 2014
  • Festlegung der Zielvereinbarung durch das Präsidium, Juni 2014
  • Erteilung des Zertifikats „familiengerechte hochschule“ durch  berufundfamilie gGmbH, August 2014
  • Start der Umsetzungsphase der vereinbarten Ziele und Maßnahmen von 2014-2017, September 2014
  • Erster Projektbericht, August 2015
  • Zweiter Projektbericht, August 2016
  • Dritter Projektbericht, Juni 2017

 

Verlauf der Re-Auditierung:

  • Re-Auditierungsworkshops mit Beschäftigten und Studierenden zur Vereinbarung von Zielen und Maßnahmen mit der Verwaltung und dem Präsidium, Mai 2017
  • Festlegung der Zielvereinbarung durch das Präsidium, Juni 2017
  • Bestätigung des Zertifikats  zum „Audit familiengerechte hochschule“ durch  berufundfamilie gGmbH, August 2017
  • Start der Umsetzungsphase der vereinbarten Ziele und Maßnahmen von 2017-2020, September 2017
  • Erster Projektbericht, August 2018
  • Zweiter Projektbericht, August 2019

 

Die Personalumfrage des Familienservicebüros lief vom 11.11.2015 bis einschließlich 03.12.2015.

Anhand von fünf Fragen wurden Grunddaten zu Geschlecht, Alter, Arbeitszeit, Tätigkeitsbereich und Befristung des Arbeitsverhältnisses sowie zur Betreuung von Kindern bzw. Übernahme von Pflegeverantwortung erfragt.

An der Umfrage haben knapp 30% der aktuell 448 Beschäftigten der FH teilgenommen.

Die Ergebnisse zeigen, dass über 65% der teilnehmenden Hochschulbeschäftigten für Kinder verantwortlich sind. 78% der Kinder leben mit den Umfrageteilnehmenden im selben Haushalt.

Ein Drittel der Umfrageteilnehmenden beschäftigt sich mit dem Thema Pflege von Angehörigen: Knapp 15% der Umfrageteilnehmenden kümmern sich aktuell um pflegebedürftige Angehörige. Weitere 20% rechnen in nächster Zeit damit, Verantwortung für pflegebedürftige Angehörige zu übernehmen.

 

Ziele und Maßnahmen

Die Zielvereinbarung des audits familiengerechte hochschule fasst alle Ziele und Maßnahmen zusammen und ist in einem demokratischen Prozess entstanden, an dem alle Hochschulgruppen beteiligt waren. Im Juni 2017 wurde die Zielvereinbarung vom Präsidium unterzeichnet. Damit startete die FH Kiel in die neue Umsetzungsphase.

Die Zielvereinbarung umfasst vielfältige Teilprojekte, die eine familiengerechte Kultur an der Hochschule verwirklichen sollen und die erreichten Möglichkeiten der Unterstützung  von Beschäftigten und Studierenden bei der Vereinbarkeit mit familiären Aufgaben konsolidieren.

Während einige Maßnahmen Serviceleistungen für Eltern und Pflegende wie Beratung oder eine kinderfreundliche Campus-Infrastruktur schaffen, zielen andere auf die Sensibilisierung für Familie und Pflege durch Veranstaltungen ab oder darauf, FH-Angehörige mit Care-Aufgaben zu vernetzen. Die bereits realisierten Service-Projekte finden Sie unter Service.

 

Maßnahmen

Diese ausgewählten Maßnahmen aus der Zielvereinbarung lassen sich nach dem vorgegebenen Schema in acht Handlungsfelder unterteilen:

 

  • Handlungsfeld 1: Arbeits-, Forschungs- und Studienzeit

Die FH Kiel stellt die Optionen für eine längere Freistellung gerade in Freizeiten für Beschäftigte systematisch dar. Dabei berücksichtigt sie bspw. unbezahlten Urlaub, Nutzung von Zeitguthaben, Sabbatical...

 

Die FH Kiel prüft inwiefern bestehende Möglichkeiten ausgeweitet werden. In Betracht kommen dabei zunächst Modelle zum gezielten Ansparen über den bereits bestehenden Rahmen hinaus.

  • Handlungsfeld 2: Arbeits-, Forschungs- und Studienorganisation 

Bei der Einführung eines IT-gestützten Anmeldetools wird den Zielsetzungen der Familiengerechtigkeit Rechnung getragen. Instrumente wie die familienbedingte Vorabanmeldung werden- ggf. fachbereichsspezifisch- integriert.

 

Die FH Kiel entwickelt eine weitergehende Systematik und Angebote zum Gesundheitsmanagement.

 

Die FH Kiel etabliert Gefährdungsbeurteilungen im Sinne des Mutterschutzgesetzes in allen Fachbereichen.

 

Die Fachbereiche prüfen die Möglichkeit zur Flexibilisierung des Studienverlaufs.

Bei einer Ausweitung der Möglichkeiten von Online-Kursen wird die familiengerechte Hochschulpolitik berücksichtigt, insbesondere mit Blick auf die variable Verbindung von Online- und Präsenzkursen.

  • Handlungsfeld 3: Arbeits-, Forschungs- und Studienort  

Beschäftigte haben die Möglichkeit, den Arbeitsort flexibel zu gestalten.

 

  • Handlungsfeld 4: Information und Kommunikation

Die FH Kiel kommuniziert in klarer übersichtlicher Weise das "Versprechen", die Zusagen und Erwartungen an alle Beteiligten zur familiengerechten Hochschule.

 

Das Familienservicebüro erarbeitet mit der Hochschulleitung eindeutig die Aufgaben und Abgrenzungen des Familienservicebüros-

 

Die FH Kiel betreibt weiterhin aktive Netzwerkarbeit in Kiel

 

  • Handlungsfeld 5: Führung

Die Hochschule setzt sich mit der Diskrepanz zwischen offizieller und gelebter Führung auseinander, insbesondere die Frage der Delegation an die Fachbereiche. Dazu gestaltet sie einen geeigneten, heterogenen Rahmen zum Diskussion und zum Austausch.

  • Handlungsfeld 6: Personalentwicklung und wissenschaftliche Qualifizierung

Ein Informationsschwerpunkt in Bezug auf Elternzeit liegt bei der Bestärkung und ggf. Unterstützung von Vätern für die Elternzeit.

 

Die FH Kiel erarbeitet im Rahmen der Vorgaben des Hochschulgesetzes einen Kodex für "Gute Arbeit". Darin verankert sie ihr Selbstverständnis als familiengerechte Hochschule.

Die Landesvorschriften zum MVG werden durch ein Beiblatt zu Aspekten von Familiengerechtigkeit ergänzt.

Material und Links zum Audit