„...aus fremden Gärten / zugewandt" von Uschi Koch

Die studierte Kieler Künstlerin und Bildhauerin Uschi Koch stellte unter dem Titel „... aus fremden Gärten / zugewandt. Fotografische und plastische Arbeiten“ vom 8. September bis 5. Oktober 2016 zum zweiten Mal im Bunker-D aus. Ihre Werkschau gliederte sich in zwei Themenräume.

 

Im Ausstellungsraum „zugewandt“ zeigte Koch sechs etwa lebensgroße Betonbüsten mit zarter Tönung und Wachsglanz. Ergänzt  wurden diese durch zwei großformatige Schwarz-weiß-Fotografien, die den menschlichen Körper ins Zentrum rückten. Im zweiten Ausstellungsraum mit dem Titel „... aus fremden Gärten“ tummelten sich zahlreiche kleine Fabelwesen und Fantasie-Getier aus bemalter Keramik.

Ein „Moddertier“, ein „Mausevierbein“ und ein „Kopffüßler mit Hut“ krabbelten  mit noch vielen anderen Artgenossen an der rauen Bunkerwand entlang. Manche der kleinen Figuren sind eine Hommage an Hieronymus Boschs Triptychon „Der Garten der Lüste“. Auf dessen linker Bildtafel mit dem Titel „Der Garten Eden“ tummeln sich ungewöhnliche Tiere mit mehreren Köpfen. Auf der Mitteltafel „Paradies“ sind zahlreiche Menschen mit zum Teil Flügeln oder Flossen zu sehen. Ganz rechts in der „Hölle“ wimmelt es ebenfalls vor Menschen, aber auch Menschenfressern und gruseligen Tierwesen. Auch in Uschi Kochs Ausstellung waren kleine Höllentiere, Teufel, Drachen und Bestien in plastischer Form vertreten.

Im Raum „zugewandt“ waren Büsten verschiedener Menschen ausgestellt: ein junger Asiate mit skeptischen Blick; ein Mädchen, das neugierig und offen die Betrachterin bzw. den Betrachter anschaut; ein junger Mann mit geschlossenen Augen; eine Frau, die einen Vogel auf der Brust hält sowie eine weitere mit einer Katze auf dem Arm. Durch ihre zarte Tönung in Pastellfarben wirkten die fein gearbeiteten Gesichter transparent und beseelt.

Die Fotografien zeigten auch eine starke Nähe zum Menschen. Neben einem männlichen Rückenakt war die fünfteilige Fotoarbeit „Kinderknoten“ ausgestellt. Eine Frau im Schneidersitz hält zwei Kinder eng umschlungen. Ihre Arme und Beine wirken wie miteinander verknotet; die Szene demonstriert reine Geborgenheit. Beide Fotografien sind in klarem Schwarz-weiß auf den bloßen menschlichen Körper reduziert und erzielen so eine unverstellte Wirkung.

Die 1963 in Wuppertal geborene Künstlerin Uschi Koch studierte an der Muthesius-Hochschule Kiel Freie Kunst und Bildhauerei bei Professor J. Koblasa. Seit 1996 ist sie freischaffend tätig und erhielt Stipendien vom Land Schleswig-Holstein; u. a. in Havanna. Von 2008 bis 2015 lehrte sie Bildhauerei an der Muthesius-Kunsthochschule.

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