Studieren mit Behinderung

Gemäß Umfrageergebnissen des Deutschen Studentenwerks (siehe „BEST – beeinträchtigt studieren“) weisen rund 8% der Studierenden an den Hochschulen hierzulande eine Behinderung oder chronische Erkrankung auf. Ob es sich um Beeinträchtigungen im Bereich Mobilität, Sehen, Hören oder Sprechen, um körperliche Erkrankungen, wie Rheuma oder Diabetes, oder psychische Beeinträchtigungen, wie z.B. Depression handelt, für viele der Studierenden erschwert sich das Studium dadurch teils erheblich. Die Hochschulen sind hier nicht nur gesetzlich verpflichtet, sondern haben sich auch selbst dazu bekannt, Barrieren abzubauen, Nachteile auszugleichen und die Bedingungen für ein erfolgreiches Studium zu schaffen.

Beratungsangebote

Die Zentrale Studienberatung  berät zu den Themen

  • Studienbedingungen und Barrierefreiheit an der FH
  • Nachteilsausgleiche bei der Zulassung zum Studium
  • Nachteilsausgleiche im Studium und in Prüfungen
  • sowie zur Studienorganisation.

Das Studentenwerk Schleswig-Holstein (Studieren mit Behinderung und chronischer Erkrankung - Studentenwerk Schleswig-Holstein) berät zu den Themen

  • Studienfinanzierung
  • Finanzierung von Mehrbedarfen
  • barrierearmes Wohnen
  • Nachteilsausgleiche

Die PEER-BERATUNG des Sozialreferats des AStA der FH Kiel (Unser Beratungsangebot | AStA FH Kiel (asta-fh-kiel.de) ) informiert zu den Themen

  • Nachteilsausgleiche
  • und weiteren Unterstützungsmöglichkeiten

und vertritt die Interessen der Studierenden mit Beeinträchtigung/Behinderung und/oder chronischer Erkrankung gegenüber der FH.

Die Diversitätsbeauftrage der FH Kiel berät im Falle von Diskriminierung.  

Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung zu den Themen  Rehabilitations- und Teilhabeleistungen erhalten Sie in Kiel von der Lebenshilfe Schleswig-Holstein e.V. und dem Zentrum für selbstbestimmtes Leben e.V. .

Der Nachteilsausgleich

Was steckt dahinter und wie stelle ich einen Antrag?

Ein Nachteilsausgleich ist dafür da, chancengleiche Bedingungen für Studierende in besonderen Lebenslagen, insbesondere Studierende

  • mit Behinderungen einschließlich psychischer oder chronischer Erkrankung
  • im Mutterschutz
  • mit Kindern oder mit pflegebedürftigen Angehörigen,

herzustellen.

Was sind die Voraussetzungen für einen Nachteilsausgleich?

Bei der Bewerbung:

Härtefall-Regelung

Voraussetzungen: Schwerwiegende gesundheitliche, soziale oder familiäre Gründe, sodass nicht zugemutet werden kann, auch nur ein Semester auf die Zulassung zu warten.

Verbesserung der Note oder Verbesserung der Wartezeit

Voraussetzungen: Leistungsbeeinträchtigungen die*den Bewerber*in daran gehindert haben, die Hochschulzugangsberechtigung zu einem früheren Zeitpunkt zu erwerben oder eine bessere Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung zu erlangen. Es müssen Nachweise des Leistungsverlaufs der Schulzeugnisse (amtlich beglaubigte Kopien) und ggf. ein Schulgutachten vorgelegt werden.

Anlaufstelle bei Fragen: Abteilung für studentische Angelegenheiten, Tel.: 0431/210-1330.

 

Im Studium:

1. Eine länger andauernde gesundheitliche Beeinträchtigung/Mutterschutz/Kind(er)/pflegebedürftige Angehörige.

                Mögliche Nachweise:

  • Haus-, Fach- oder amtsärztliche Atteste
  • Atteste oder Befundberichte von approbierten psychologischen Psychotherapeut*innen
  • Feststellungsbescheid über einen Grad der Behinderung oder Schwerbehindertenausweis
  • Entlassungsberichte über (teil‐) stationäre Aufenthalte
  • Bewilligungs‐ oder Feststellungsbescheide der Krankenkasse etc.
  • Mutterpass, Geburtsurkunde des Kindes
  • Bescheinigung einer Pflegeeinrichtung

2. Ein Nachteil, falls Leistungen unter den regulären Bedingungen absolviert werden müssen.

Möglicher Nachweis: Eine schriftliche Erklärung über den konkreten Nachteil und mögliche Ausgleichsmaßnahmen. Am besten eignet sich eine Erklärung von der Stelle, die den Nachweis für 1.  ausgestellt hat (z.B. Arzt/Ärztin).

3. Die Beeinträchtigungen sind inhaltlich nicht prüfungsrelevant.

 

Anlaufstelle bei Fragen: Zentrale Studienberatung, Marina Makurath, Tel.: 0431/210-1760.

Zum Antragsformular (FH intern)

 

Wie stelle ich einen Antrag auf Nachteilsausgleich während des Studiums?

Ein Antrag auf Nachteilsausgleich wird in schriftlicher Form an das Prüfungsamt des jeweiligen Fachbereichs gestellt. Der Antrag sollte so früh wie möglich, jedoch spätestens zum Fristende der Prüfungsanmeldung gestellt werden. Zur Vorbereitung ist eine vertrauliche Beratung durch die Zentrale Studienberatung ratsam.

FAQ

Kann ich einen Antrag auf Nachteilsausgleich stellen?

Es macht Sinn einen Antrag zu stellen, wenn Sie 1. eine länger andauernde Krankheit/Behinderung/Kind(er)/pflegebedürftige Angehörige haben und 2. in der Prüfung ein Nachteil durch das Prüfungssetting in Wechselwirkung mit Ihrer Beeinträchtigung entsteht.

Ich habe einen GDB / einen Schwerbehindertenausweis / eine Diagnose, bekomme ich direkt einen Nachteilsausgleich?

Nein. Ein bestimmter Status bzw. eine Diagnose allein führt nicht automatisch zu einem Nachteilsausgleich. Im Antrag muss zusätzlich der konkrete Nachteil, sowie Ausgleichsmaßnahmen erklärt werden.

Welche Art der Beeinträchtigung kann einen Nachteilsausgleich begründen?

Beeinträchtigungen, die den Nachweis vorhandener Fähigkeiten erschweren, sind ausgleichbar. Mangelnde Fähigkeiten werden nicht ausgeglichen.

Ich habe finanzielle/familiäre/sonstige Probleme, kann ich deswegen einen Nachteilsausgleich bekommen?

Nein. Private Probleme stellen keine Benachteiligung dar, die durch das Instrument „Nachteilsausgleich“ ausgeglichen werden kann.

Wo finde ich das Antragsformular?

Das Formular (gültig für alle Fachbereiche) finden Sie im internen Bereich der Website der FH Kiel.

Wann stelle ich den Antrag?

Am besten zu Semesterbeginn bzw. so früh wie möglich. Letztmöglicher Zeitpunkt ist das Ende der Anmeldephase für die Prüfungen.

Was passiert, wenn mein Antrag nicht bewilligt wird?

Wird ein Antrag abgelehnt, können Sie einen begründeten Widerspruch einlegen. Beratung dazu erhalten Sie bei der*dem amtierenden hauptamtlichen Diversitätsbeauftragten.

Kann ein Antrag auf Nachteilsausgleich für die gesamte Studiendauer bewilligt werden?

Grundsätzlich ja. Informationen über eine dauerhafte Beeinträchtigung im Studium können für die gesamte Dauer des Studiums hinterlegt werden, die Art des Nachteilsausgleiches muss aber zu Beginn eines jeden Semesters bestätigt bzw. neu festgelegt werden.

Gibt es an der Fachhochschule Kiel eine Regelung für die Überschreitung der Regelstudienzeit?

Nein. Eine maximale Studiendauer gibt es an der Fachhochschule Kiel nicht. [Stand: Wintersemester 2022]

Ich bin krank und kann deshalb nicht an der Prüfung teilnehmen, bekomme ich einen Nachteilsausgleich?

Nein. Behinderungen und Krankheiten sind rechtlich voneinander getrennt. Bei vorübergehenden Krankheiten greift das Rücktrittsrecht wegen Prüfungsunfähigkeit.

Rechtsgrundlagen des Nachteilsausgleichs

UN-Behindertenrechtskonvention Artikel 24 Bildung

Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) § 3 Menschen mit Behinderungen

Gesetz über die Hochschulen und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Hochschulgesetz - HSG) § 52 Prüfungsordnungen

Prüfungsverfahrensordnung (Satzung) der Fachhochschule Kiel § 18 Nachteilsausgleich

 

Aktionsplan Vision - Aktion - Inklusion

Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK

Selbstbestimmung, Chancengleichheit und gleichberechtigte Teilhabe sind demokratische und menschenrechtliche Grundsätze, die zu erreichen allen Menschen möglich sein soll. Der Aktionsplan der FH Kiel bündelt alle Vorhaben, die dazu beitragen sollen, eine gleichberechtigte Teilhabe an Bildung und Forschung sicherzustellen und Inklusion strukturell zu verankern.

Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten der Diversitätsbeauftragten.