Abschluss, Rückschau und Blick in die Zukunft

Erstellt von Prof. Dr. Urban Hellmuth

Die aktuellen Hygieneregeln der Corona-Pandemie ließen es wieder zu: am 16.07.2021 konnten 60 Absolventinnen und Absolventen in feierlichem Rahmen ihre Urkunden zum Abschluss ihres Bachelorstudiums der Landwirtschaft bzw. ihres Masterstudiums des Agrarmanagements in die Hand nehmen. Dekan Prof. Dr. Martin Braatz und seine Kolleginnen und Kollegen hatten die Halle der Landwirtschaftskammer in Rendsburg eingerichtet, um die Überreichung der Urkunden und Zeugnisse in festlichem Rahmen zu begehen. Leider konnten Eltern, Partnerinnen und Partner, Freundinnen und Freunde den Studienabschluss nur per Videokonferenz verfolgen, aber sicher genossen auch sie diesen Nachmittag.

Prof. Braatz freute sich sehr, dass er fast alle Absolventinnen und Absolventen persönlich begrüßen konnte. Vor zwei Jahren hätte man den kompletten Umstieg auf digitales Lehren und Lernen sicher als Science-Fiction abgetan, nun freuten sich alle, dass die letzten Prüfungswochen und die heutige Abschlussfeier zumindest in diesem Rahmen in Präsenz stattfinden konnten. Trotz der digitalen Semester waren die Leistungen der 44 Bachelor und 16 Master überdurchschnittlich. Das Engagement der Lehrenden und der Studierenden hatte geholfen, alle Hürden von Zoom und Moodle zu überspringen. Damit sind die heute verteilten Urkunden und Zeugnisse der große Nachweis eines erfolgreichen Kompetenzerwerbs, auf den der Dekan mit Stolz hinwies. Den Absolventinnen und Absolventen gab Prof. Braatz aber auch den Hinweis mit auf den Weg, dass sie ab heute die Repräsentant*innen des Fachbereichs und auf dem Arbeitsmarkt die Wegbereiter*innen für alle nachfolgenden Studierenden sein werden.

Für den Festvortrag konnte der Absolvent Christoph Habermann gewonnen werden. Gut erinnerte er sich an seinen Studienbeginn zum Wintersemester 2009. Nachdem er am Ende des Sommersemesters 2014 seine Urkunde und Zeugnis in den Händen hielt, wechselte er zum Masterstudium an die Universität Rostock (seine Wohngemeinschaft hatte gewürfelt). Heute arbeitet er als Pflanzenschutzberater mit dem Schwerpunkt Kartoffeln für das Unternehmen Belchim. Die FH hat ihm – aus heutiger Rückschau – eine hohe Kompetenz in der wissenschaftlichen Arbeit, eine große Vielseitigkeit und Flexibilität sowie eine hohe Planungskompetenz zur Vorbereitung von Entscheidungen mitgegeben. Der Landwirtschaft sagte Herr Habermann einen großen Wandel voraus, dem die Absolventinnen und Absolventen aber mit diesen Kompetenzen sehr gut begegnen können. Gerade in diesen Zeiten werden solche jungen Leute dringend gebraucht. Als Tipp gab er noch die Anregung mit auf den Weg, unternehmerisch auch einmal aus der außerlandwirtschaftlichen Perspektive zu denken.

Nach dem Festvortrag begann der zentralen Teil der Abschlussfeier: Der Dekan Prof. Dr. Martin Braatz und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Prof. Dr. Albrecht Mährlein, überreichten den Absolventinnen und Absolventen die Urkunden und Zeugnisse zum Studienabschluss. In einer kurzen Rede ging auch Prof. Mährlein auf das große Engagement aller Fachbereichsmitglieder bezüglich der Herausforderungen der Online-Lehre ein. Dabei betonte er, wie sehr ihm gerade im letzten Semester die Bedeutung der zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen allen Fachbereichsmitgliedern bewusst geworden ist. So fehlten merklich die Erfahrungsaustausche zwischen den Studierenden der verschiedenen Semester, die dann zum Beispiel durch viel Informationsarbeit seitens des Prüfungsamtes ausgeglichen werden musste. Letztendlich hatten aber auch in diesem Prüfungszeitraum alle, die Studierenden, die Dozent*innen und die Mitarbeitenden, so erfolgreich gearbeitet, dass die Urkunden und Zeugnissen auch heute wieder pünktlich fertig waren, vielen Dank! Wieder einmal war es für ihn ein schönes Beispiel, dass sich Erfolg einstellt, sobald Probleme als Herausforderungen identifiziert werden. Auch Prof. Mährlein hatte abschließend einen Tipp für die Zukunft: Es gehört nicht „zur Natur“ des Menschen, eigene Schwächen anzuerkennen. Wer es aber schafft, diese geistige Blockade zu durchbrechen, erlangt die Fähigkeit, seine Schwächen nicht nur zu erkennen, sondern ihnen auch erfolgreich zu begegnen.

Unter der Regie der Prodekanin Prof. Dr. Katrin Mahlkow-Nerge begann dann wirklich die Übergabe der Urkunden. Alles war coronabedingt etwas ungewöhnlich, denn die Hygieneregeln gaben vor, mit Maske zur Bühne zu kommen und die Urkunden vom Tisch aufzugreifen. Aber jede*r Absolvent*in wurde mit großem Applaus begleitet.

Für die Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiengangs ergriffen Beke Möller und Jasper Pritschau das Wort. Im Vergleich mit der Tour de France sahen sie die erste Etappe im Studienbeginn mit der Entstehung von Freundesgruppen, Wohngemeinschaften, noch verschiebbaren Klausuren und schönen Exkursionen. Man war in der Gruppe unterwegs und konnte sich gegenseitig aufrichten. Die zweite Etappe begann in der zweiten Studienhälfte mit Praxissemester, Seminaren und den interdisziplinären Wochen. Die dritte Etappe war von den Möglichkeiten geprägt, in Wahlmodulen eigenen Interessen nachzugehen, dabei aber aus den bisherigen Semestergruppen auszuscheren. Für die heutigen Absolvent*innen war der Wechsel in die online-Lehre sicher ein prägendes Erlebnis. Zu Beginn der vierten Etappe standen Termin und Thema der Thesis. Nun war jede*r individuell unterwegs, aber die Zielfahne war in Sicht, so dass Motivation und Zeitmanagement halfen, in dieser stressigen Phase durchzuhalten. Am Ende sitzen alle Etappensieger*innen hier und sind stolz auf den Nachweis ihres Wissens und ihrer Bildung.

Merle Aldag und Jan-Henning Milde freuten sich schlichtweg, dass sie und ihre Mitstudierende des Masters „es geschafft haben“. Nur wer die Studienzeit etwas verlängert hatte, hatte auch einmal Präsenzphasen. Aber alle hatten Wege gefunden, auch einmal (virtuelle) Bierpausen zwischen den Zoomvorlesungen zu finden. So entstand auch in dieser Gruppe ein besonderes Gemeinschaftsgefühl.

(Beinahe) zum Schluss gab es heute einen besonderen Teil der Abschlussfeier. Denn nach langer Arbeitszeit musste der Fachbereich seine Bibliotheksleiterin und Gleichstellungsbeauftragte Barbara Klein, den Honorarprofessor Dr. Holger Gerth und den Lehrbeauftragten, ehemaligen Studenten und langjährigen Vorsitzenden der Vereinigung der Agraringenieure Johannes Thomsen verabschieden. Ihnen wurden ehrliche Dankesworte und jeweils ein lang andauernder Applaus entgegengebracht.

Zum Abschluss der Feierstunde ergriff traditionell die stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung der Agraringenieure, Dipl.-Ing. (FH) Rixa Kleinschmit, das Wort. Sie bewunderte die Flexibilität und Verzichtsbereitschaft der heutigen Absolventinnen und Absolventen, die nun drei Semester ihres Studiums unter den Bedingungen der Pandemie durchlaufen mussten. In diesem Atemzug bescheinigte sie ihnen aber auch, auf ihre hierbei gewonnenen Flexibilität und Leistungsbereitschaft stolz sein zu können. Aus eigener Erfahrung gab sie ihren nun neuen Mitabsolvent*innen auf den Weg, dass es immer wieder erstaunlich ist, wohin der individuelle Weg führt. Bevor Frau Kleinschmit alle zu Sekt und Selters einlud, sprach sie allen Absolventinnen und Absolventen ihre herzlichsten Glückwünsche für die Zukunft aus.

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